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7. März 2018 – Die Lebendige Bibliothek in Hennigsdorf

Anlässlich der Brandenburgischen Frauenwoche veranstalteten wir in der Stadtbibliothek Hennigsdorf eine umfangreiche Lebendige Bibliothek.

Am Vormittag begrüßten wir insgesamt knapp 50 Schüler_innen aus den 9. und 10. Klassen drei Hennigsdorfer Schulen. Sie konnten in kleinen Gruppen Gespräche mit Lebendigen Büchern zu den Themen Sehbeeinträchtigung und Blindheit, Obdachlosigkeit, HIV und bipolare Störung führen. Daneben stellten sich eine Jüdin, eine Rollstuhlfahrerin und eine Drag Queen für Gespräche zur Verfügung.

Bibliothekskatalog vom Vormittag

Am Nachmittag fand die Lebendige Bibliothek für alle interessierte Besucher_innen statt. Zusätzlich zu den Lebendigen Büchern, die bereits am Vormittag ausgeliehen werden konnten, gab es einen syrischen Geflüchteten, eine asexuelle Frau, einen Juden und eine Kauf-, Spiel-, Medien- und Internetsüchtige mit einer deutlich sichtbaren Hauterkrankung (Lupus, SLE).

Bibliothekskatalog vom Nachmittag

Insgesamt wurden im Laufe des Tages ca. 90 Gespräche mit den Lebendigen Büchern geführt.

Das Feedback der Besucher_innen war erneut durchweg positiv, die Schüler_innen äußerten unter anderem:

Es war sehr befreiend, sich mit den Personen auszutauschen.
Ich fand es gut, dass man so offen miteinander reden konnte.
Die Veranstaltung war gut, um mehr Verständnis zu entwickeln.
Man soll Menschen nicht nach ihrem Aussehen beurteilen.
Das Leben von Menschen mit Besonderheiten ziemlich ist gleich wie unseres.
Man sollte sich nicht auf Vorurteile über gewisse Personen konzentrieren.
Manche Menschen sind gar nicht so, wie ich gedacht hätte.
Besonders gefreut hat uns, dass viele Schüler_innen gerne länger geblieben wären.
Herzlichen Dank an alle Lebendigen Büchern und Lebendigen Bibliothekar_innen für ihren Einsatz und ihr Engagement, an alle Besucher_innen für ihr Interesse und an Kerstin Gröbe von der Hennigsdorfer Stadtverwaltung sowie Katja Wolf von der Hennigsdorfer Stadtbibliothek für die tolle Zusammenarbeit.

1. Dezember 2017 – Hermann-Sander-Schule

Die Lehrer_innen, Erzieher_innen und Sozialarbeiter_innen der Neuköllner Hermann-Sander-Schule waren am Abend des 1. Dezember 2017 zu einer eigenen Lebendigen Bibliothek eingeladen. Ehe die Weihnachtsfeier der Grundschule begann, gab es die Gelegenheit in Kleingruppen mit den Lebendigen Büchern ins Gespräch zu kommen.

An diesem Abend konnten Lebendige Bücher zu den Themen Leben im Rollstuhl, Bipolare Störung, Flucht aus Syrien, Obdachlosigkeit, Queer und Trans*, funktionaler Analphabetismus und Leben mit Burka und Kopftuch ausgeliehen werden.

Bibliothekskatalog für den 1. Dezember 2017

Allen Lebendigen Büchern danken wir ganz herzlich für ihren Einsatz, allen Nutzer_innen für ihr Interesse und wahlweise e.V. für die gute Zusammenarbeit.

18. Oktober 2017 – Die Lebendige Bibliothek in der Oranienburger Waldschule

Im Rahmen der Projekttage zum Thema Kinderrechte war unser Lebendiges Buch Rollstuhlfahrerin in die Waldschule in Oranienburg eingeladen.

In der Projektgruppe zum Thema „Rechte von behinderten Kindern“ konnten 14 Grundschüler_innen verschiedener Klassenstufen sie zunächst in einem Gesprächskreis alles fragen, was sie interessierte, und sich mit der Barrierefreiheit ihrer eigenen Schule auseinandersetzen.

Danach ging es mit geliehenen Rollstühlen in die Stadt, um zu erleben, wie man sich in einem Rollstuhl fortbewegt und auf welche Barrieren man auf der Straße stößt. Darüber hinaus wurde auch ausprobiert, wie man in einem Rollstuhl in einem Supermarkt einkauft.

Diese praktischen Erfahrungen führten zu vielen neuen Fragen, die das Lebendige Buch während des Ausflugs beantworten konnte.

Wir danken der Waldschule in Oranienburg und allen Schüler_innen für ihr Interesse und die Einladung und unserem Lebendigen Buch Rollstuhlfahrerin für ihren Einsatz.

12. Oktober 2017 – Neuköllner Schulleiter_innentagung

Im Ringhotel Schorfheide fand am 12. Oktober 2017 eine besondere Lebendige Bibliothek statt: An diesem Abend öffneten wir im Rahmen einer Tagung die Pforten ausschließlich für Neuköllner Grund- und Sonderschulleiter_innen. In Gruppen — anstatt wie sonst üblich in einem Gespräch zu zweit — stellten sich Lebendige Bücher zu den Themen Obdachlosigkeit, HIV, Leben im Rollstuhl und dem Leben als alleinerziehende türkische Mutter den 25 Schulleiter_innen zur Verfügung.

Wir danken allen Lebendigen Büchern ganz herzlich für ihren Einsatz, allen Nutzer_innen für ihr Interesse und ihren Input sowie wahlweise e.V. für die gute Zusammenarbeit.

Bibliothekskatalog vom 12. Oktober 2017

23. September 2017 – Die Lebendige Bibliothek in Oranienburg

Auch im Brandenburger Landkreis Oberhavel fand die bundesweite interkulturelle Woche statt. Im Rahmen dieser haben wir am 23. September 2017 eine weitere Lebendige Bibliothek veranstaltet. In der Aula der Oranienburger Linden-Schule führten die Besucher_innen insgesamt 24 Gespräche mit den Lebendigen Büchern, unter anderem über ihre Erfahrungen zu den Themen Leben im Rollstuhl, HIV, Flucht aus Syrien, Leben als alleinerziehende türkische Mutter und Obdachlosigkeit.

Das Publikum war bunt gemischt, von Grundschüler_innen bis Senior_innen, und die Resonanz auf die Gespräche war überaus positiv:
Ich war sehr überrascht, absolute Offenheit und Freude bei den lebendigen Büchern zu erleben, die Emotionen haben mich überwältigt.
Es ist sehr gut, auch hinter die Fassaden zu schauen und Menschen ohne Vorurteile kennenzulernen, um sich von den gesellschaftlichen Meinungen zu lösen.
Ich war überrascht, wie schnell man Detailinformationen über Menschen und ihren Lebenslauf erhalten kann.
Man merkt nach den Gesprächen wie “behütet” man aufgewachsen ist, und wie gut es einem eigentlich geht. Trotzdem gehen diese Werte im täglichen Leben/Alltagsstress schnell verloren bzw. geraten ins Hintertreffen. Dankeschön für die Erfahrung.
Wir danken allen Lebendigen Büchern und Lebendigen Bibliothekaren für Ihren Einsatz, allen Besucher_innen für ihr Interesse und der AIDS-Hilfe Berlin sowie Pro Plus Berlin für ihre Unterstützung.

30. Juni 2017 – Die Lebendige Bibliothek in Berlin-Steglitz

Am 30. Juni 2017 öffnete unsere erste Lebendige Bibliothek ihre Pforten. In der Ingeborg-Drewitz-Bibliothek in Berlin-Steglitz konnten die Besucherinnen und Besucher Gespräche mit insgesamt zwölf Lebendigen Büchern führen und in diesen unter anderem mehr zu den Themen Analphabetismus, Depressionen, HIV, Obdachlosigkeit und bipolare Störungen erfahren.

Darüber hinaus konnten eine Jüdin, eine Muslima mit Kopftuch, eine Drag Queen, ein männlicher Feminist, eine alleinerziehende Mutter mit Migrationshintergrund und eine Rollstuhlfahrerin als Lebendige Bücher ausgeliehen werden.

Insgesamt 41 Gespräche wurden an diesem Nachmittag geführt. Die Rückmeldungen der Besucher_innen waren ausgesprochen positiv:

Gespräche sind die wichtigste Grundlage für die Lösungen eigentlich aller Probleme.

Wenn man sich seiner Angst stellt und sie überwindet, kann man tolle und interessante Persönlichkeiten kennenlernen und eine Menge über sich selbst lernen.

Was ich heute erfahren habe: Zwischenmenschliches, Warmherziges, Berührendes, Motivierendes, Mut, Offenheit.

Die Idee, Leute zu Gesprächen zusammenzuführen, ist wichtig, positiv und einfach gut.

Auch die Resonanz von Seiten der Lebendigen Bücher fiel gut aus:

Ich bin sehr überrascht von meinen eigenen Schubladen.

Ich war am Abend dann so was von überrascht, begeistert, erfreut und von diesem Nachmittag einfach umgehauen.

Die Gespräche waren auf jeden Fall in beide Richtungen bereichernd. Ein wichtiges Instrument, um Menschen ganz natürlich und frei jedes Verstellens kennenzulernen.

Allen Lebendigen Büchern und Lebendigen Bibliothekaren danken wir herzlich für ihr Engagement, allen Besucher_innen für ihr Interesse und Frau Czerlinski und der Ingeborg-Drewitz-Bibliothek für die gelungene Zusammenarbeit.

Bibliothekskatalog vom 30. Juni 2017