Die Lebendige Bibliothek auf dem CrossKultur-Festival 2018

Am 29. November 2018 waren wir mit der Lebendigen Bibliothek im Rahmen des CrossKultur-Festivals in der Bezirkszentralbibliothek Berlin-Tempelhof zu Gast.

Wie sieht das Leben eines Obdachlosen aus? Was erlebt man, wenn man in Berlin ein Kopftuch trägt? Wie ist es eigentlich, wenn man fast nichts sieht? Wie lebt man mit HIV? Als Analphabet? Im Rollstuhl und mit Depressionen? Und wie ist es eigentlich, transsexuell zu sein? Oder ein transsexuelles Kind zu haben? Diese und viele weitere Fragen stellten unsere Leser*innen an diesem Nachmittag unseren Lebendigen Büchern in insgesamt 44 Gesprächen.

Wir freuen uns über unsere begeisterten Besucher*innen:

Ich möchte mehr auf solche Veranstaltungen gehen, mich trauen und wieder glücklich rausgehen. Ich habe viel gelernt.
Toll, mit Menschen ins Gespräch zu kommen, ohne Vorbehalte, neugierig sein zu dürfen.
Ein Hoch auf EUCH. Bin sehr froh, das Konzept erlebt zu haben.
Leben pur!!!!
Vielen Dank an alle! Für den tollen Empfang, die Offenheit der Bücher und diesen für mich einfachen Zugang zu allen Menschen. Die Atmosphäre habt ihr für mich geschaffen.
Herzlichen Dank an unsere wunderbaren Lebendigen Bücher und Lebendigen Bibliothekar*innen für ihren Einsatz und ihr Engagement, an unsere tollen Leser*innen für ihr Interesse und an Nadja Gragert-Klier, Michael Ruhnke und Dr. Boryano Rickum von der Stadtbibliothek Tempelhof-Schöneberg für die großartige Zusammenarbeit.

11. Oktober 2018 – Zu Gast in Berlin-Schöneweide

Anlässlich der 12. Berliner Woche der seelischen Gesundheit wurden wir vom GEBEWO-Brückeladen und dem Zentrum für Demokratie eingeladen, mit der Lebendigen Bibliothek einen Beitrag zu leisten. Unter dem Titel „Begegnung von Mensch zu Mensch – Aktionstage zum Thema Diskriminierung und obdach- und wohnungslosen sowie anderen Menschen“ nahmen wir mit einer kleinen Lebendigen Bibliothek teil, in der man natürlich auch ein Lebendiges Buch zum Thema Obdachlosigkeit ausleihen konnte. Darüber hinaus konnte man auch einer Rollstuhlfahrerin, einer Drag Queen und einer sehbeeinträchtigten Frau alle Fragen stellen, die einen interessieren.

Über unser Programm hinaus, Gespräche mit Menschen anzubieten, die persönlich von Vorurteilen, Diskriminierung und sozialer Ausgrenzung betroffen sind, konnte man bei dieser Lebendigen Bibliothek auch einer Streetworkerin Fragen zu ihrer Arbeit stellen.

Lebendige Bibliothek am 11. Oktober 2018; Foto: Claudia Max

Sehr gefreut haben wir uns auch über ein brandneues Lebendiges Buch, das sich spontan zur Teilnahme und dem „Ausgeliehen werden“ bereit erklärte: So konnten unsere Besucher_innen auch einen Polizisten alles fragen, was sie wollten.

Wir freuen uns sehr über das rege Interesse und die positiven Rückmeldungen unserer Besucher_innen:

Tolle Idee, ermöglicht die Begegnung in der Menschlichkeit und baut Brücken für Begegnungen zwischen Menschen, die im Alltag meist nebeneinander leben.
Vielen Dank für die tolle Veranstaltung und eure Offenheit und Geschichten, die ihr erzählt hattet.

Wir wiederum danken unseren freundlichen und interessierten Leser_innen an diesem Nachmittag und allen Lebendigen Büchern aufs Herzlichste für ihren unermüdlichen und tollen Einsatz. Liebsten Dank auch an Julia Antwi (Brückeladen) und ihren Kolleginnen für den warmen Empfang und die Gastfreundschaft und an Claudia Max (Zentrum für Demokratie) für ihre Mithilfe.

27. September 2018 – Die Lebendige Bibliothek in Berlin-Tegel

Eine depressive Frau im Rollstuhl, ein HIV-Positiver, ein lernender Analphabet, ein ehemaliger Obdachloser, eine blinde Frau und ein geflüchteter Syrer: Aus diesen Lebendigen Büchern konnten die Besucher_innen unser Lebendigen Bibliothek am 27.09.2018 in Berlin-Tegel ihre Gesprächspartner_innen wählen. Unser Angebot, mit diskriminierten Menschen Gespräche zu führen, in denen erst einmal alle Fragen erlaubt sind, wurde von einem bunt gemischten Publikum genutzt, so dass wir sowohl Schülerinnen als auch Seniorinnen zu unseren Gästen zählten.

Die Resonanz war erneut sehr erfreulich:

Hinschauen, hinhören, staunen und wundern!

Emotionale, bewegende Gespräche!

Jeder ist perfekt, so wie er ist!

Danke für die interessanten Einblicke in andere Leben!

Weitermachen, weitermachen, weitermachen!

Herzlichen Dank an unsere tollen Besucher_innen und an unsere ehrenamtlichen Bibliothekar_innen  sowie unsere phantastischen Lebendigen Bücher für ihr Engagement und die Möglichkeit, Lebendige Bibliotheken überhaupt zu realisieren.

Gründungsfeier des Vereins „Lebendige Bibliothek e.V.“

Am 1. Juli 2018 feierten wir mit ehemaligen und jetzigen Lebendigen Büchern, Unterstützer_innen, Nachbar_innen, Freund_innen, Interessierten und unserem Organisationsteam die Gründung unseres Vereins „Lebendige Bibliothek e.V.“, mit welchem wir unser Angebot zukünftig häufiger und in neuen Formaten durchführen möchten.

Nach Erlebnisberichten einiger unserer Lebendigen Bücher und einer Leserin sang Drag Queen Gaby Tupper Lieder über Bücher, Akten und Wunder und brachte den Saal zum Tanzen.

Für knapp drei Stunden fand auch eine Lebendige Bibliothek statt, in der neben einer Rollstuhlfahrerin und einer Drag Queen auch Lebendige Bücher zu den Themen Obdachlosigkeit, Selbstverletzung, Funktionaler Analphabetismus, Sehbehinderung und HIV fast konstant ausgeliehen waren. Insgesamt wurden 40 Gespräche geführt.

Wir danken allen Lebendigen Büchern, Ehrenamtlichen und unseren entzückenden Gästen für den schönen Nachmittag. Ganz herzlichen Dank gebührt darüber hinaus dem Nachbarschaftshaus Friedenau für seine Gastfreundschaft.

 

Die Lebendige Bibliothek zu Gast bei „48 Stunden Neukölln“

Am 23. Juni 2018 öffnete die Lebendige Bibliothek auf Einladung der Helene-Nathan-Bibliothek und im Rahmen des Festivals „48 Stunden Neukölln“ ihre Pforten. Wir konnten Leser_innen vom Grundschul- bis ins Rentenalter begrüßen, die zeitweise so zahlreich erschienen, dass wir unsere „Lebendigen Bücher“ weit im Voraus vormerken mussten.

Besonders gefreut haben wir uns über eine Leserin, die allein für den Besuch der Lebendigen Bibliothek die Anreise aus Heidelberg auf sich genommen hat:

Ich bin extra aus dem beschaulichen Baden-Württemberg für die Lebendige Bibliothek hergefahren, habe für euch das Bahnticket gekauft, um an lebendigen Geschichten und Menschen teilzuhaben. Es ist so bereichernd, mit anderen ins Gespräch zu kommen, zuzuhören und aus dem Schubladendenken herauszukommen.

Der Bibliothekskatalog an diesem Nachmittag reichte von den Themen Flucht aus Syrien, Leben im Rollstuhl, Obdachlosigkeit sowie Selbstverletzung und Depressionen bis hin zu einer Drag Queen und einer Sehbehinderten. Mit diesen Lebendigen Büchern führten unsere Leser_innen angeregte Gespräche über ihr Leben generell sowie über ihre Diskriminierungserfahrungen und zeigten sich sehr beeindruckt:

Ich finde die Lebendige Bibliothek super, es würde wirklich viel in der Gesellschaft beitragen und verändern, wenn es mehr Menschen ausprobieren würden. Super Idee – bin begeistert!

Es ist so bereichernd mit anderen ins Gespräch zu kommen, zuzuhören und aus dem Schubladendenken herauszukommen.

Hinter jedem Gesicht steckt eine große Geschichte und man sollte NIE über jemanden urteilen.

Ich lerne mich immer wieder selbst kennen, bin manchmal auch etwas geschockt von mir selbst. Ich darf noch so viele Jahre lernen, verändern, Vorurteile zerschlagen. Ich bin dabei!

Neben dem regen Interesse der Festivalbesucher_innen freuten wir uns auch über den Besuch der Neuköllner Stadträtin für Bildung, Schule, Kultur und Sport, Frau Karin Korte, die sich selbst auch Lebendige Bücher auslieh und kleine Aufmerksamkeiten an die Lebendigen Bücher verteilte.

Wir danken unseren tollen und inspirierenden Leser_innen an diesem Nachmittag sowie Frau Korte für ihren Besuch, allen Lebendigen Büchern und Lebendigen Bibliothekar_innen für ihren Einsatz und ihr Engagement und der Helene-Nathan-Bibliothek und ganz besonders Frau Fuchs für den schönen Nachmittag und die Herzlichkeit.

7. März 2018 – Die Lebendige Bibliothek in Hennigsdorf

Anlässlich der Brandenburgischen Frauenwoche veranstalteten wir in der Stadtbibliothek Hennigsdorf eine umfangreiche Lebendige Bibliothek.

Am Vormittag begrüßten wir insgesamt knapp 50 Schüler_innen aus den 9. und 10. Klassen drei Hennigsdorfer Schulen. Sie konnten in kleinen Gruppen Gespräche mit Lebendigen Büchern zu den Themen Sehbeeinträchtigung und Blindheit, Obdachlosigkeit, HIV und bipolare Störung führen. Daneben stellten sich eine Jüdin, eine Rollstuhlfahrerin und eine Drag Queen für Gespräche zur Verfügung.

Bibliothekskatalog vom Vormittag

Am Nachmittag fand die Lebendige Bibliothek für alle interessierte Besucher_innen statt. Zusätzlich zu den Lebendigen Büchern, die bereits am Vormittag ausgeliehen werden konnten, gab es einen syrischen Geflüchteten, eine asexuelle Frau, einen Juden und eine Kauf-, Spiel-, Medien- und Internetsüchtige mit einer deutlich sichtbaren Hauterkrankung (Lupus, SLE).

Bibliothekskatalog vom Nachmittag

Insgesamt wurden im Laufe des Tages ca. 90 Gespräche mit den Lebendigen Büchern geführt.

Das Feedback der Besucher_innen war erneut durchweg positiv, die Schüler_innen äußerten unter anderem:

Es war sehr befreiend, sich mit den Personen auszutauschen.
Ich fand es gut, dass man so offen miteinander reden konnte.
Die Veranstaltung war gut, um mehr Verständnis zu entwickeln.
Man soll Menschen nicht nach ihrem Aussehen beurteilen.
Das Leben von Menschen mit Besonderheiten ziemlich ist gleich wie unseres.
Man sollte sich nicht auf Vorurteile über gewisse Personen konzentrieren.
Manche Menschen sind gar nicht so, wie ich gedacht hätte.
Besonders gefreut hat uns, dass viele Schüler_innen gerne länger geblieben wären.
Herzlichen Dank an alle Lebendigen Büchern und Lebendigen Bibliothekar_innen für ihren Einsatz und ihr Engagement, an alle Besucher_innen für ihr Interesse und an Kerstin Gröbe von der Hennigsdorfer Stadtverwaltung sowie Katja Wolf von der Hennigsdorfer Stadtbibliothek für die tolle Zusammenarbeit.

1. Dezember 2017 – Hermann-Sander-Schule

Die Lehrer_innen, Erzieher_innen und Sozialarbeiter_innen der Neuköllner Hermann-Sander-Schule waren am Abend des 1. Dezember 2017 zu einer eigenen Lebendigen Bibliothek eingeladen. Ehe die Weihnachtsfeier der Grundschule begann, gab es die Gelegenheit in Kleingruppen mit den Lebendigen Büchern ins Gespräch zu kommen.

An diesem Abend konnten Lebendige Bücher zu den Themen Leben im Rollstuhl, Bipolare Störung, Flucht aus Syrien, Obdachlosigkeit, Queer und Trans*, funktionaler Analphabetismus und Leben mit Burka und Kopftuch ausgeliehen werden.

Bibliothekskatalog für den 1. Dezember 2017

Allen Lebendigen Büchern danken wir ganz herzlich für ihren Einsatz, allen Nutzer_innen für ihr Interesse und wahlweise e.V. für die gute Zusammenarbeit.

18. Oktober 2017 – Die Lebendige Bibliothek in der Oranienburger Waldschule

Im Rahmen der Projekttage zum Thema Kinderrechte war unser Lebendiges Buch Rollstuhlfahrerin in die Waldschule in Oranienburg eingeladen.

In der Projektgruppe zum Thema „Rechte von behinderten Kindern“ konnten 14 Grundschüler_innen verschiedener Klassenstufen sie zunächst in einem Gesprächskreis alles fragen, was sie interessierte, und sich mit der Barrierefreiheit ihrer eigenen Schule auseinandersetzen.

Danach ging es mit geliehenen Rollstühlen in die Stadt, um zu erleben, wie man sich in einem Rollstuhl fortbewegt und auf welche Barrieren man auf der Straße stößt. Darüber hinaus wurde auch ausprobiert, wie man in einem Rollstuhl in einem Supermarkt einkauft.

Diese praktischen Erfahrungen führten zu vielen neuen Fragen, die das Lebendige Buch während des Ausflugs beantworten konnte.

Wir danken der Waldschule in Oranienburg und allen Schüler_innen für ihr Interesse und die Einladung und unserem Lebendigen Buch Rollstuhlfahrerin für ihren Einsatz.

12. Oktober 2017 – Neuköllner Schulleiter_innentagung

Im Ringhotel Schorfheide fand am 12. Oktober 2017 eine besondere Lebendige Bibliothek statt: An diesem Abend öffneten wir im Rahmen einer Tagung die Pforten ausschließlich für Neuköllner Grund- und Sonderschulleiter_innen. In Gruppen — anstatt wie sonst üblich in einem Gespräch zu zweit — stellten sich Lebendige Bücher zu den Themen Obdachlosigkeit, HIV, Leben im Rollstuhl und dem Leben als alleinerziehende türkische Mutter den 25 Schulleiter_innen zur Verfügung.

Wir danken allen Lebendigen Büchern ganz herzlich für ihren Einsatz, allen Nutzer_innen für ihr Interesse und ihren Input sowie wahlweise e.V. für die gute Zusammenarbeit.

Bibliothekskatalog vom 12. Oktober 2017

23. September 2017 – Die Lebendige Bibliothek in Oranienburg

Auch im Brandenburger Landkreis Oberhavel fand die bundesweite interkulturelle Woche statt. Im Rahmen dieser haben wir am 23. September 2017 eine weitere Lebendige Bibliothek veranstaltet. In der Aula der Oranienburger Linden-Schule führten die Besucher_innen insgesamt 24 Gespräche mit den Lebendigen Büchern, unter anderem über ihre Erfahrungen zu den Themen Leben im Rollstuhl, HIV, Flucht aus Syrien, Leben als alleinerziehende türkische Mutter und Obdachlosigkeit.

Das Publikum war bunt gemischt, von Grundschüler_innen bis Senior_innen, und die Resonanz auf die Gespräche war überaus positiv:
Ich war sehr überrascht, absolute Offenheit und Freude bei den lebendigen Büchern zu erleben, die Emotionen haben mich überwältigt.
Es ist sehr gut, auch hinter die Fassaden zu schauen und Menschen ohne Vorurteile kennenzulernen, um sich von den gesellschaftlichen Meinungen zu lösen.
Ich war überrascht, wie schnell man Detailinformationen über Menschen und ihren Lebenslauf erhalten kann.
Man merkt nach den Gesprächen wie “behütet” man aufgewachsen ist, und wie gut es einem eigentlich geht. Trotzdem gehen diese Werte im täglichen Leben/Alltagsstress schnell verloren bzw. geraten ins Hintertreffen. Dankeschön für die Erfahrung.
Wir danken allen Lebendigen Büchern und Lebendigen Bibliothekaren für Ihren Einsatz, allen Besucher_innen für ihr Interesse und der AIDS-Hilfe Berlin sowie Pro Plus Berlin für ihre Unterstützung.