Autor: Louise Kreuschner (Seite 1 von 2)

Die Lebendige Bibliothek auf der Langen Nacht der Volkshochschulen

Anlässlich der bundesweiten Feierlichkeiten zum hundertjährigen Bestehen der Volkshochschulen lud uns das Amt für Weiterbildung und Kultur am 20. September 2019 in die Volkshochschule Tempelhof-Schöneberg ein. Bei der Langen Nacht der Volkshochschulen wurde dort das Fest der Vielfalt gefeiert.

Zwischen Ausstellungen, Bühnendarbietungen, Schnupperkursen und Führungen öffneten wir für zweieinhalb Stunden die Lebendige Bibliothek, in der sich an diesem Abend Lebendige Bücher zu den Themen Blindheit, Transsexualität, Funktionaler Analphabetismus, Sehbeeinträchtigung, sichtbare Erkrankung und nicht-stoffgebundene Süchte sowie Rollstuhl, Amputation und Depressionen für offene Gespräche zur Verfügung stellten.

Wir freuen uns sehr über unser interessiertes Publikum, die mit unseren Lebendigen Büchern Gespräche in der Gesamtlänge von 6 Stunden und 40 Minuten geführt haben und sich danach begeistert zeigten:

Freut mich, Leute zu sprechen, an die ich sonst nicht “rankomme”, der offene Raum ist schön.

Wie schön, dass man immer fragen kann und darf!

Es hat Spaß gemacht! Die Geschichten waren toll!

Ich werde bestimmt noch mehr „Bücher“ bei Euch ausleihen.

Unser herzlicher Dank gilt unseren wunderbaren Lebendigen Büchern für ihren Einsatz und ihre Offenheit, Frau Gragert-Klier für die Einladung, Frau Dittrich für die tolle Organisation, Jacky Krauß für ihren klasse Einsatz als Lebendige Bibliothekarin und Tim Schmidt für die schönen Fotos. Vielen Dank, Ihr seid super!

„Ich habe das ‚Wir‘ neu erlebt“ – Die Lebendige Bibliothek im Goethe-Institut

Auf Einladung des Goethe-Instituts führten wir am 11. Juli 2019 zum mittlerweile 20. Mal eine Lebendige Bibliothek durch. Diese fand im Rahmen des Fortbildungsseminars „Sprache, Landeskunde und kulturelles Lernen“ statt, das von 23 internationalen Deutschlehrer*innen aus dem Oman, Polen, Brasilien, Norwegen, Ägypten, Griechenland, Serbien, Spanien, Indien, Gabun, Tansania, Indonesien, China, Tunesien, Usbekistan, Russland, Bosnien-Herzegowina und der Ukraine besucht wurde.

In Gesprächen mit unseren Lebendigen Büchern zu den Themen Blindheit, Obdachlosigkeit, HIV, Homosexualität, Polizei, bipolare Störung und Transsexualität konnten die Seminarteilnehmer*innen ihrem Bild vom aktuellen Leben in Deutschland weitere Perspektiven hinzufügen.

Vor Beginn der eigentlichen Lebendigen Bibliothek wurde den Deutschlehrer*innen die Herkunft, Entwicklung und Ziele des Projektes „Lebendig Bibliothek“ vorgestellt, am Ende gab es noch im Rahmen eines Reflexionsgespräches die Gelegenheit zu weiterführenden Fragen an die Lebendigen Bücher und die Organisatorin.

Wir freuen uns sehr über die angeregten Gespräche, die in kleinen Gruppen geführt wurden, und die positive Resonanz der Seminarteilnehmer*innen. Eine indische Lehrerin fasst so ihre Erlebnisse in der Lebendigen Bibliothek zusammen:  „Man lebt so in der Stadt, sieht andere Menschen, hat aber keinen Kontakt zu ihnen. Durch die Gespräche heute habe ich das Wir neu erlebt.“

Herzlichen Dank an unsere offenen und interessierten Leser*innen für die spannenden Gespräche, an unsere Lebendigen Bücher für ihren Einsatz, an unsere Leser*innen für ihr Interesse sowie für die Einladung und die gute Zusammenarbeit an das Goethe-Institut, insbesondere an Erika Broschek, Susanne Becker und Ondrej Kotas.

15. Juni 2019 – Die Lebendige Bibliothek bei „48 Stunden Neukölln“

Wie im vergangenen Jahr waren wir eingeladen, im Rahmen des Festivals „48 Stunden Neukölln“ eine Lebendige Bibliothek in der Helene-Nathan-Bibliothek zu veranstalten.

Unsere Gäste konnten Lebendige Bücher zu den Themen Obdachlosigkeit, Alkoholismus, Autoimmunerkrankungen, nicht-stoffgebundene Süchte, Transsexualität, bipolare Störung und Analphabetismus ausleihen und mit ihnen intensive Gespräche führen, in denen alle Fragen willkommen waren.

Trotz der hochsommerlichen Temperaturen wurden viele lange Gespräche geführt, mit Hilfe eines spontanen Dolmetschers konnten wir auch für unsere internationalen Besucher*innen Begegnungen mit den Lebendigen Büchern arrangieren. Wir freuen uns sehr über die positive Resonanz:

Es hat sehr viel Spaß gemacht.
Sehr lebensnahe Informationen. Sehr gut, dass man wirklich alles erfragen kann.
It was very, very nice!
Sehr bereichernd!
Ich habe so etwas noch nie gesehen und bin sehr froh, dass ihr das Projekt anbietet.
Unbedingt weitermachen! Eine ganz tolle Idee mit unheimlich interessanten Begegnungen.

Wir danken allen unseren aufgeschlossenen und interessierten Leser*innen, unseren Lebendigen Bibliothekar*innen und allen Lebendigen Büchern aufs Herzlichste für ihren Einsatz. Vielen lieben Dank auch an die Helene-Nathan-Bibliothek, besonders an Karolin Pasewald und Evelyn Stussak, für die Einladung und den schönen Nachmittag.

Zu Gast im Goethe-Institut Berlin

Am 23. Mai 2019 waren wir eingeladen, im Rahmen des Fortbildungsseminares „Bildung, Sprache(n), Minderheiten“ eine Lebendige Bibliothek im Goethe-Institut in Berlin-Mitte auszurichten.  Den Teilnehmer*innen des Seminars – Entscheidungsträger*innen und Mittler*innen der deutschen Minderheiten in Mittelosteuropa, Russland und Zentralasien – sollte die Lebendige Bibliothek als innovatives Projekt vorgestellt werden und als Impuls für die Arbeit in den jeweiligen Herkunftsländern dienen. So gab es neben der Lebendigen Bibliothek als solcher auch eine Vorstellung des Projektes sowie ein Nachgespräch, in dem Fragen an die Organisatorin und die Lebendigen Bücher gestellt werden konnten.

Als Lebendige Bücher konnten an diesem Vormittag eine Rollstuhlfahrerin, eine sehbeeinträchtigte Frau, ein ehemaliger Obdachloser, eine Frau mit bipolarer Störung, eine transsexuelle Frau und eine Drag Queen ausgeliehen werden.

Wir freuen uns sehr über die Reaktionen unserer Leser*innen nach den Gesprächen:

Ich bin ungeheuer gerührt. Und ich habe das Gefühl, wir sind in diesem Gespräch Freundinnen geworden.

Ich habe sehr viele neue Erkenntnisse.

So etwas habe ich noch nie erlebt.

Was sind meine Vorurteile, warum habe ich Vorurteile, welche Vorurteile begegnen mir in Berlin – Die Veranstaltung hat mir geholfen, anders darüber nachzudenken.

Den herzlichsten Dank an unsere Lebendigen Bücher für ihr Engagement, an unsere Leser*innen für ihr Interesse sowie für die Einladung und die gute Zusammenarbeit an das Goethe-Institut, insbesondere an Susanne Becker, Erika Broschek und Markus Winkler.

Wie lesen — nur krasser! Die Lebendige Bibliothek für Berliner Schüler*innen

Unter diesem Titel durften wir in diesem Jahr gefördert durch die Berliner Landeszentrale für politische Bildung mit der Lebendigen Bibliothek ein Angebot für Schüler*innen entwickeln. Dies geschah in Zusammenarbeit mit der Neuköllner Hermann-Boddin-Schule, wo wir vom 13.-16. Mai 2019 die Projektwoche „Anti: Gewalt, Mobbing, Ausgrenzung“ mitgestalten und -ausrichten durften. Insgesamt 12 Klassen von den Stufen 1-6 bekamen jeweils einen Tag lang in Begleitung einer Lebendigen Bibliothekarin Besuch von Lebendigen Büchern zu jeweils zwei verschiedenen Themen. Eingeladen waren Lebendige Bücher zu den Themen Sehbehinderung und Blindheit, funktionaler Analphabetismus, Obdachlosigkeit und „Leben im Rollstuhl“.

Jedes Thema wurde inhaltlich für die Kinder erfahrbar gemacht, beispielsweise durch das Ausprobieren von Hilfsmitteln und Spielen für Sehbehinderte und Blinde, durch das Fahren in einem Rollstuhl und den Versuch, in diesem Aufgaben zu bewältigen, das Tragen von Simulationsbrillen, um zu erfahren, was Menschen mit Sehbehinderung optisch wahrnehmen, und das praktische Auseinandersetzen mit der Brailleschrift (Blindenschrift). In dieser Phase sollten die Kinder zudem die Möglichkeit bekommen, Fragen für den folgenden Programmpunkt zu entwickeln, dem Gespräch mit dem Lebendigen Buch.

In diesen Gesprächen durften die Kinder den Lebendigen Büchern alle Fragen stellen, die sie interessierten, was zu sehr spannenden und respektvollen Gesprächen führte. Teil dieser Gespräche war auch eine Besprechung von Ideen der Kinder für die Umsetzung einer Guten Tat — einem kleinen Vorhaben, mit welchem die Schüler*innen selbst dafür aktiv werden, das Leben diskriminierter Menschen in unserer Gesellschaft zu erleichtern.

Die Umsetzung der Guten Tat sowie die wichtigsten Punkte, die im Laufe des Besuchs des Lebendigen Buches zur Sprache gekommen sind, wurden in einem abschließenden Teil besprochen.

Als Gute Taten wurden beispielsweise der Ausflug mit einem Rollstuhlfahrer, der Verzicht auf das Wort „behindert“ als Schimpfwort und die Ausrichtung eines Kuchenbasars umgesetzt, dessen Erlöse einer Organisation gespendet wurden, die von Erblindung bedrohte Kinder medizinisch versorgt. Diese Guten Taten sollten den Kindern zeigen, dass sie selbst in ihrem Alter bereits eigene Handlungsmacht und Möglichkeiten der Einflussnahme auf gesellschaftliche Zustände besitzen.

Insgesamt konnten in dieser Projektwoche knapp 250 Schüler*innen erreicht werden, und wir freuen uns sehr über die positive Resonanz der Kinder, ihr Interesse und ihre spannenden Fragen an unsere Lebendigen Bücher.

Ein so großes Projekt erfolgreich über die Bühne zu bringen, ist vielen Menschen zu verdanken, und so gilt unser Dank

  • der Berliner Landeszentrale für politische Bildung für die finanzielle Förderung dieses Projektes und Anja Witzel für die gute Zusammenarbeit,
  • allen Schüler*innen der Hermann-Boddin-Schule für ihre interessierte Teilnahme,
  • dem Kollegium der Hermann-Boddin-Schule für die Unterstützung und das Interesse, insbesondere dem Vorbereitungsteam der Projektwoche, Herrn Karbaum als Ansprechpartner für alle organisatorischen Fragen und Schulleiterin Birgit Knopf,
  • dem Team des ALFA-Mobils für die inhaltliche Unterstützung in Fragen des funktionalen Analphabetismus,
  • dem Allgemeinen Blinden- und Sehbehindertenverein Berlin e. V. und dem Berliner Behindertenverband für ihre Unterstützung,
  • wahlweise e. V. für die gute Zusammenarbeit,
  • unseren Lebendigen Bibliothekarinnen Teresa Bartsch, Nadine Oeser, Sarah Kaner und Aynur Deniz und
  • schließlich unseren sensationellen Lebendigen Büchern für ihren Einsatz, ihr Engagement und ihre Freude an der Arbeit mit den Kindern.

Die Lebendige Bibliothek für Neuköllner Grundschulpädagog*innen

Im Rahmen der Förderung unseres Projektes „Wie lesen — nur krasser! Die Lebendige Bibliothek für Berliner Schüler*innen“ durch die Berliner Landeszentrale für politische Bildung waren wir am 8. April 2019 eingeladen, für das Kollegium der Neuköllner Hermann-Boddin-Schule im Rahmen ihres Studientages „Anti: Gewalt, Mobbing und Ausgrenzung“ eine Lebendige Bibliothek auszurichten. 48 Erzieher*innen und Lehrer*innen hatten die Möglichkeit, in kleineren Gruppen mit den Lebendigen Büchern ins Gespräch zu kommen. Als Lebendige Bücher waren an diesem Nachmittag zwei Jüdinnen, ein lernender Analphabet, eine transsexuelle Frau, ein ehemaliger Obdachloser, eine Rollstuhlfahrerin, die Mutter eines transsexuelle Jugendlichen, eine sehbeeinträchtigte Frau und eine Frau mit einer stark sichtbaren Erkrankung und nicht-stoffgebundenen Süchten im Einsatz.

Diese Lebendige Bibliothek diente außerdem dem Zweck, das Kollegium auf die im Mai stattfindende Projektwoche einzustimmen, bei der wir mit dem Veranstaltungsformat „Das Lebendige Buch“ in allen Klassen jeweils einen Tag lang zu Gast sein werden.

Wir freuen uns sehr über die positiven Reaktionen der Erzieher*innen und Lehrer*innen:

Allen Lebendigen Büchern danken wir herzlichst für ihren Einsatz, dem Kollegium der Hermann-Boddin-Schule für die Einladung und das Interesse, der Berliner Landeszentrale für politische Bildung für die Förderung unseres Projektes und wahlweise e.V. für die gute Zusammenarbeit.

28. Februar 2019 – Ein Tag in Spandau

Eine besonders intensive Lebendige Bibliothek haben wir am 28. Februar 2019 in Berlin-Spandau gestaltet. Auf Einladung der Stadtbibliothek Spandau waren wir von morgens bis in die Abendstunden in ihren Räumen zu Gast und haben mit 72 Menschen allen Alters Gespräche von zusammengezählt 15 Stunden und 20 Minuten Länge geführt.

Begonnen hat der Tag mit drei Spandauer Grundschulklassen. Die Viert- und Fünftklässler*innen waren bereits in den Tagen vor der Lebendigen Bibliothek in ihren Schulen besucht worden, wo wir ihnen das Projekt und die Regeln nahebrachten und mit ihnen die Themen der Lebendigen Bücher und Fragen an diese vorbereiteten. Am 28. Februar bekam jede Schulklasse für anderthalb Stunden die Gelegenheit, mit Lebendigen Büchern zu den Themen Rollstuhl, Obdachlosigkeit und Sehbehinderung zu sprechen.

Auch in der Nachbereitung, die wir direkt im Anschluss in der Bibliothek oder einige Tage später in den Schulen durchführten, zeigten sich die Kinder sehr beeindruckt von den Gesprächen mit den Lebendigen Büchern. Einige Schüler*innen schrieben ihnen sogar noch Briefe.

Dass die Gespräche aber auch bei den Lebendigen Büchern Eindruck hinterlassen, zeigte sich zum Beispiel, als das Lebendige Buch zum Thema Obdachlosigkeit sich später noch an die Schüler*innen wandte:

Danke für die schönen Gedankenanstöße, durch Eure Fragen geht mir mein Leben nochmal neu durch den Kopf, und ich ordne vieles ganz anders ein.

Am Nachmittag öffnete die Lebendige Bibliothek ihre Pforten noch für das öffentliche Publikum im Foyer der Stadtbibliothek Spandau. Drei Stunden lang konnten unsere Besucher*innen Gespräche mit Lebendigen Büchern zu den Themen Funktionaler Analphabetismus, Transsexualität und Obdachlosigkeit führen, was unsere Besucher*innen intensiv nutzten. Über dieses rege Interesse freuen wir uns ebenso wie über die schönen Rückmeldungen:

Es war aus dem “normalen” Leben. Das hat mir sehr gut gefallen.

Vielen Dank für diesen Beitrag der Begegnungen. Die Atmosphäre war sehr entspannt und bewegt zu neuen Taten. Bitte weiter so…

Grandiose Idee!

Ich wünsche mehrere solcher Begegnungen. So lebendig!

Es geht ums Reden!

Andere Sicht auf bekannte Dinge

Wie lebendig und bewegend es sein kann… bin noch ganz befangen (angenehm)

Macht weiter so!!!

Unser Dank gilt unseren tollen und engagierten Lebendigen Büchern für diesen intensiven Einsatz, den Kindern der Konkordia-Grundschule, der Grundschule am Amalienhof und der Paul-Moor-Schule und ihren Pädagog*innen für ihr Interesse und ihren Besuch, an alle Besucher*innen am Nachmittag und an die Stadtbibliothek Spandau, vor allem Heike Schmidt und Christina Droste, für den schönen Tag und die gute Zusammenarbeit.

Weiterlesen: https://www.berliner-woche.de/bezirk-spandau/c-soziales/wie-ein-offenes-buch_a203311

Weiterschauen:

Quelle: RBB-Abendschau vom 28. Februar 2019

23. Februar 2019 – Die Lebendige Bibliothek in Berlin-Treptow

Am 23. Februar 2019 waren wir eingeladen, im Jugendkunst- und Begegnungszentrum Gérard Philipe eine Lebendige Bibliothek zu veranstalten.

Besonders gefreut haben wir uns über die zahlreichen interessierten und offenen Kinder und Jugendlichen unter unseren Leser*innen. Sie wurden von unseren „Lebendigen Lesebegleiterinnen“ durch die Veranstaltung begleitet und konnten wie alle unsere Besucher*innen an diesem Nachmittag zwei HIV-Positive, eine Rollstuhlfahrerin, einen ehemaligen Obdachlosen, eine Frau mit Kopftuch, eine transsexuelle Frau, die Mutter eines transsexuellen Jugendlichen und einen Polizisten als Lebendige Bücher zum Gespräch über Vorurteile und alles, was sie sonst interessierte, ausleihen.

Der Andrang war so groß, dass unsere Lebendigen Bücher nahezu durchgängig zu Gesprächen ausgeliehen waren. Sehr gefreut haben wir uns auch über die Reaktionen unserer Besucher*innen. Die Kinder, die nach den Gesprächen wieder mit den „Lebendigen Lesebegleiterinnen“ zusammensaßen, äußerten sich ausgesprochen beeindruckt und mitfühlend. Die Gespräche hätten sie sehr zum Nachdenken gebracht, und sie hoben hervor, wie toll sie es fanden, Fragen auf ihre Antworten zu bekommen und Menschen direkt kennenzulernen, die ihnen in ihrem Alltag eher nicht begegnen.

Andere Leser*innen hinterließen uns auch schriftlich ihr Feedback:

Gespräche über heikle Themen machen Spaß

Es hat mir sehr sehr sehr gut gefallen.

Bin froh, dass ich hier sein durfte!

Man kann so sein, wie man möchte.

Tolle Atmosphäre/viel Input/wertvolle Begegnungen – Danke 🙂

Man soll nicht urteilen, wenn man die Geschichte nicht kennt.

Macht mal mehr sowas.

Herzlichen Dank an unsere großartigen Lebendigen Bücher und Lebendigen Bibliothekar*innen für ihr Engagement, an Tim Schmidt für die wundervollen Fotos, an unsere tollen großen und kleinen Leser*innen für ihr Interesse und ihre Begeisterung und an Luisa Brune für ihre Unterstützung.

„Flucht aus Syrien“ – Projekttage für Grundschulen

Am 3. und 4. Dezember 2018 waren wir auf Einladung der Neuköllner Hermann-Sander-Schule für zwei volle Schultage in einer 5. Klasse zu Gast. Thema war „Flucht aus Syrien“, da sich Vorurteile gegenüber syrischen Kindern aus geflüchteten Familien gezeigt hatten. Den Wünschen der Schule entsprechend entwickelten wir hierfür die Projekttage „Flucht aus Syrien“, bei denen wie bei allen Projekten des Lebendige Bibliothek e.V. direkte Begegnungen im Mittelpunkt standen, um Empathie und Verständnis zu fördern und Wissen zu vermitteln. Hierzu hatten wir unterschiedliche Expert*innen eingeladen.

Zu den Fragen „Was ist eigentlich Krieg?“, „Was heißt es, in einem Kriegsgebiet zu sein?“ und „Warum fliehen Menschen?“ hatten wir Stefan Lehmeier vom International Rescue Committee (IRC) Deutschland zu Gast. Herr Lehmeier, der selbst in verschiedenen Kriegsgebieten für die humanitäre Hilfsorganisation IRC im Einsatz war, beantwortete eindrücklich die vielen Fragen der Schüler*innen und erklärte auf kindgerechte Weise, dass das Bild, das beispielsweise Filme oder Computerspiele vom Krieg zeichnen, nichts mit der Wirklichkeit zu tun hat. Es gebe keine Helden, nur Menschen, denen schlimme Dinge widerfahren, und Menschen, die sich dafür schämen, was sie getan
haben. Auch Dinge, die für uns selbstverständlich sind, wie dass die Polizei dafür sorgt, dass Gesetze eingehalten werden, existieren im Krieg nicht mehr.

Der anschließend geplante Besuch eines geflüchteten Syrers musste leider verschoben werden, da sowohl von diesem als auch den Ersatzpersonen kurzfristige Absagen kamen. Zur Frage „Wie sieht eine Flucht aus?“ kamen daher an dieser Stelle in Form von zwei Filmen junge Männer mit ihren Erfahrungen zu Wort. Über deren Erlebnisse wurde mit den Schüler*innen gesprochen und ein syrisches Kind, das die Klasse besucht, ergänzte die Berichte durch seine eigenen Erfahrungen. Die Mädchen und Jungen zeigten sich sehr mitfühlend und beeindruckt von den Erlebnisberichten und sammelten für das zukünftige Gespräch mit einem/einer syrischen Geflüchteten ihre Fragen.

Was Kriegserlebnisse mit einem Menschen machen und was Traumata sind, erklärte Mihaela Savin vom an der Charité angesiedelten Projekt TransVer den Schüler*innen kindgerecht. Gemeinsam mit Frau Savin überlegten die Kinder außerdem, was man tun kann, wenn es einem selbst oder jemand anderem nicht gut geht. Zudem leitete Frau Savin die Kinder zu einer Übung an, die sowohl traumatisierten Menschen helfen kann, als auch gesunden Kindern gut tut: die „Reise zu meinem sicheren Ort“.

Zu Beginn des zweiten Projekttages besuchte der Integrationsbeauftragte von Neukölln Jens Rockstedt die Klasse. Da im Vorfeld aufgefallen war, dass die Anfeindungen, mit denen syrischen Kindern begegnet wurde, oft einen Kern hatten, der das Thema Neid und Ungleichbehandlung betraf, war Herr Rockstedt zu Gast, um den Kindern u. a. zu erklären, wonach sich die Verteilung von staatlicher finanzieller Unterstützung richtet und dass die Herkunft eines Menschen dabei keine Rolle spielt. Wie alle unsere Gäste stellte auch er sich allen Fragen, die die Kinder hatten.

Schließlich besuchten die Kinder die Gemeinschaftsunterkunft in der Karl-Marx-Straße 269, um zu sehen, wie man eigentlich in einer Unter-
kunft für Geflüchtete lebt. Auf Einladung des Unterkunftsbetreibers TAMAJA besuchten wir die derzeit ungenutzte Unterkunft für
Geflüchtete. Die Kinder wurden über das Gelände geführt, konnten sich die Ausstattungen der Wohnungen und Gemeinschaftsräume ansehen, bekamen gezeigt, was die Bewohner*innen als Erstausstattung geliehen bekommen und konnten den Sozialarbeiter*innen Fragen zum Leben in der Unterkunft stellen.

Im Laufes des gesamten Projektes sollten die Schüler*innen überprüfen, ob Ihre Vorkenntnisse und ggf. Vorurteile über Syrer*innen stimmen oder nicht. Dazu wurden zu Beginn alle Äußerungen der Kinder gesammelt, im Laufe der Projekttage ergänzt und nach jedem Veranstaltungsteil wieder
angesehen und besprochen: Stimmt das, was wir zu wissen meinen?
Daneben begleitete ein Videoprojekt die Kinder durch die Projekttage: Nach jedem Programmpunkt konnten sich einige Kinder freiwillig melden, um sich zu dem neu Erfahrenen vor einer Kamera auszutauschen. Zudem waren die einzelnen Programmpunkte in Informationsteile, Vor- und Nachbesprechungen sowie in Zeit für Spiel, Bewegung und Ausruhen eingebettet.

Wir danken von Herzen unseren Kooperationspartner*innen wahlweise e.V. und der AWO-Schulstation Atlantis für die gute Zusammenarbeit, unseren wunderbaren Gästen Stefan Lehmeier (International Rescue Committee (IRC) Deutschland), Mihaela Savin (TransVer, Charité) und Jens Rockstedt (Integrationsbeauftragter von Neukölln) für ihren Besuch, der Gemeinschaftsunterkunft Karl-Marx-Straße 269 und TAMAJA für ihre Gastfreundschaft, der Hermann-Sander-Schule für die Einladung und den Schüler*innen der Klasse 5a für ihr Interesse und ihre Beteiligung!

Die Lebendige Bibliothek auf dem CrossKultur-Festival 2018

Am 29. November 2018 waren wir mit der Lebendigen Bibliothek im Rahmen des CrossKultur-Festivals in der Bezirkszentralbibliothek Berlin-Tempelhof zu Gast.

Wie sieht das Leben eines Obdachlosen aus? Was erlebt man, wenn man in Berlin ein Kopftuch trägt? Wie ist es eigentlich, wenn man fast nichts sieht? Wie lebt man mit HIV? Als Analphabet? Im Rollstuhl und mit Depressionen? Und wie ist es eigentlich, transsexuell zu sein? Oder ein transsexuelles Kind zu haben? Diese und viele weitere Fragen stellten unsere Leser*innen an diesem Nachmittag unseren Lebendigen Büchern in insgesamt 44 Gesprächen.

Wir freuen uns über unsere begeisterten Besucher*innen:

Ich möchte mehr auf solche Veranstaltungen gehen, mich trauen und wieder glücklich rausgehen. Ich habe viel gelernt.
Toll, mit Menschen ins Gespräch zu kommen, ohne Vorbehalte, neugierig sein zu dürfen.
Ein Hoch auf EUCH. Bin sehr froh, das Konzept erlebt zu haben.
Leben pur!!!!
Vielen Dank an alle! Für den tollen Empfang, die Offenheit der Bücher und diesen für mich einfachen Zugang zu allen Menschen. Die Atmosphäre habt ihr für mich geschaffen.
Herzlichen Dank an unsere wunderbaren Lebendigen Bücher und Lebendigen Bibliothekar*innen für ihren Einsatz und ihr Engagement, an unsere tollen Leser*innen für ihr Interesse und an Nadja Gragert-Klier, Michael Ruhnke und Dr. Boryano Rickum von der Stadtbibliothek Tempelhof-Schöneberg für die großartige Zusammenarbeit.